Curated by_Paul Pieroni -- Scenes of the Crimes

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Curated by_Paul Pieroni
Scenes of the Crimes
13/09/2019 - 12/10/2019


Terry Dennett, with Black Audio Film Collective, Max Brand, Bonnie Camplin, Caspar Heinemann, Jimmy Merris, Stuart Middleton, Marlie Mul, Matthew Richardson with Louis Backhouse and Anna Susanna Woof, David Graham Scott, Ryan Siegan Smith, Richard Sides & Gili Tal, Lena Tutunjian, Holly White

 

Eröffnung: September 12, 2019, 18 – 21 Uhr

Ausstellungsdauer: September 13 – Oktober 12, 2019
Dienstag bis Samstag 12 – 18 Uhr 

 

I am an observer-participant living in these present times with a social responsibility to communicate my observations to others when possible. It falls to me to leave a catalogue of today’s ‘scenes of the crimes’ for future generations so lives and struggles are not totally lost to history. This goes beyond the usual documentation of demonstrations to encompass the wider everyday which appears so ordinary that most people do not bother to record it.        

Terry Dennett Künstlerstatement (2011)


Im Zentrum dieser Gruppenausstellung steht die urbane Sozialdokumentation des britischen Fotografen, Historikers, Aktivisten und Archivars Terry Dennett (1938 - 2018). Dennett, der in London Bilder von sozialer Ungleichheit und wirtschaftlicher Enteignung produzierte, war eine Stimme bei der kritischen Wiederherstellung der Fotodokumentation Ende der 1970er Jahre. Wie Allan Sekula und Martha Rosler in Amerika oder Jo Spence und Victor Burgin, der langjährige Mitarbeiter und Kollaborationspartner Dennetts in Großbritannien, plädierte Dennett für das politische Potenzial der Fotografie als Kunstform, die Verbindungen zwischen künstlerischen und sozialen Praktiken wiederherstellen kann. In einem Zeitraum von fünf Jahrzehnten hat Dennett Londons physische und soziale Verhältnisse erfasst und gleichzeitig die Spuren der Macht und Ideologie dokumentiert, die in der Stadt zu der Zeit am Werk waren. Dennett kombinierte Inhalte aus antagonistischen Kategorien, stellte Text und Bild ungeordnet und polemisch nebeneinander und richtete seine Kunst gegen die von ihm als bankrott empfundenen, von Medien, Unternehmen und Politikern produzierten Repräsentationen des sozialen Lebens. Dennett konzentrierte sich auf die vergessenen, missbilligten oder banalen Aspekte des städtischen Raums und entwickelte während einer Zeit des politisch-wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Übergangs in Großbritannien ein Gegenarchiv – ein Archiv „von unten aus“.

Fotografien, Collagen, Fotokopien und Arbeitspläne aus diesem Archiv werden zusammen mit experimentellen Dokumentarfilmen des kontroversen schottischen Filmemachers David Graham Scott und der Künstlergruppe Black Audio Film Collective präsentiert. Zu diesen dokumentarischen Arbeiten gesellen sich aktuelle Videos, Skulpturen, Gemälde, Fotografien und Papierarbeiten einer Generation jüngerer Künstler, die im Gegensatz dazu dokumentarische Ansätze zugunsten allegorischer oder poetischer Reaktionen auf den urbanen Alltag meiden. Während die Bewegung oder der Fluss zwischen diesen verschiedenen Repräsentationsstrategien das zentrale Thema der Zirkulation in dieser Ausstellung ist, können zwei weitere Kreislaufkontexte identifiziert werden. Einerseits könnte man sagen, dass die Arbeiten von Dennett, Black Audio Film Collective und David Graham Scott aus den 1980er und 2000er Jahren soziale Kontexte im Vereinigten Königreich abbilden, die für die Arbeiten der jüngeren Künstler prägend sind. Auf diese Weise wird der urbane Raum als Bühne oder Plattform präsentiert, auf der sich künstlerische Generationen, mit jeweils unterschiedlichen, historisch spezifischen Zugängen zu dem Projekt des urbanen Sozialen Realismus bewegen. Andererseits wird ein nützliches, wenn auch reduktives, zyklisches oder periodisierendes historisches Modell - ein Modell, das für Dennetts eigenen historischen Ausblick von zentraler Bedeutung ist - aufrechterhalten. Diese Ausstellung vereint fragmentarische künstlerische Reflexionen über die sozialen Bedingungen und Erfahrungen einer Zeit, die unter verschiedenen Decknamen bekannt ist: Spätkapitalismus, Postmoderne, Neoliberalismus, Globalisierung sowie über die verschiedenen, brüchigen Lebensformen, die in Großbritannien während dieser Zeit entstanden sind.


Paul Pieroni