Bernhard Leitner -- Sound / Body / Space. Notations.

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Bernhard Leitner
Sound / Body / Space. Notations.
03/05/2019 - 15/06/2019

Sein Baustoff ist der Ton, der physikalische Laut, Bernhard Leitner baut seit den 1960er Jahren Räume und Skulpturen durch akustische Materialien. Ganzheitliches, Ganzkörper-Hören ist ein essentieller Aspekt in seinen Arbeiten. Und für den Betrachter, der in den Ton-Raum-Skulpturen und Ton-Architekturen als User – sitzend, liegend, stehend, gehend – agieren muss, um diese Erfahrungen machen zu können, stets ein einzigartiges, kaum je zuvor gespürtes Erlebnis. Gewölbe, Kurven, Spiralen, Flächen sind so nicht ausschließlich sichtbar, vielmehr auch in ihren Größenproportionen hörbar und so auch aus der Ferne haptisch spürbar. Eine solche Konzeption, die in Kunstgeschichte und Musikgeschichte kaum Voraussetzungen hat, weder Vokabular und noch Zeichen kennt, bedarf der intensiven empirisch-ästhetischen Forschung und der schriftlichen Fixierung. So nehmen die Notationsblätter im Oeuvre von Bernhard Leitner eine besondere, nahezu selbstständige Position ein.

Die Notationsskulptur SOUNDCUBE 1970 sowie die Raum-Programme der darin gestalteten Ton-Architekturen werden in der Ausstellung als ein erstes Ideen-Manifest gezeigt. TONWÜRFEL 2019 bezieht sich darauf wie schon TON-WÜRFEL 1982 der documenta 7. Im neuen Werk sind Klang-Flächen aus Fichtenholz die Ton-Quellen. Die tanzartigen Collagen und Montagen wiederum beziehen sich auf frühe körperakustische Untersuchungen wie KÖRPER-HÖREN von 1974/75. Ton-Räume in Bewegung zwischen vier an Hand und Fuß getragenen Lautsprechern in Bewegung. Dass das Hören von was auch immer stets ein komplexes Zusammenspiel aller unserer Sinne ist, veranschaulicht die Arbeit SPRINGER von 2018. Das Auge sieht und hört mit wie Töne aleatorisch über eine Reihe von Hürden springen.

Stefan Fricke